Buch Review: Die große Erzferkelprophezeiung Teil 1 - Zwerg und Überzwerg

Quelle: http://www.amazon.de/

Eine weitere Buchrezension von eurem Frontzwerg. Wie in einer früheren Rezension tue ich mich immer schwer andere Zwergensettings anzulesen oder mich einzudenken. Aber ich hatte mal wieder Lust auf ein wenig Parodie und Spaß und beim ersten Teil der großen Erzferkelprophezeiung kam ich komplett auf meine Kosten.

Die Zwergengesellschaft in dem Roman ist auf einem absteigenden Ast, da die Frauen verschwunden sind und auch alle weiblichen Eier fehlen. Weibliche Eier? Ja die Zwerge schlüpfen hier aus Eiern, aber das ist auch Teil des Settings und nachdem man als Leser dieses Ei geschluckt hat geht es brutal zwergig lustig weiter. Ansonsten sind die Zwerge voll superzwergig. Rauchen, Schmampfen und Wurzelbier saufen bis der Arzt kommt.

Das Buch ist keine Parodie an sich. Also es wird kein bestimmtes Buch Parodiert, es ist schräg in sich. Von daher ist es wirklich wie einige bei Amazon bemerkt haben sehr nahe an Terry Pratchett. Am schärfsten sind die sprachlichen Kniffe des Autors so dass man beim Lesen merkt, dass man sich im Kopf eines Zwergen befindet. Gängige Phrasen werden umgebaut zu so etwas wie „Da führt kein Stollen dran vorbei.“ Oder die Titel des Obersten Priesters der der Eine unter den Anderen ist und der Andere unter den Einen hat mich schon ab der Hälfte des Buchs jedes Mal kichern lassen wenn er situationsbedingt einen weiteren Titel erhielt. Genauso der Zwerg mit seinen wirren Verschwörungstheorien der hinter jeder Handlung eine Tat der Frauenverstecker vermutet. Er traut keinem und manchmal auch nicht sich selbst. 

Wenn dann später die zwergische Heldengruppe wächst hat man selten eine so schräge Gruppe von herbeiprophezeiten Schicksalszwergen gesehen. Der friedliche Zwergenhirte, der blankpolierte unter den verdreckten, der Verschwörungszwerg und der frische Zwergenvater mit seinen in der Geburt befindlichen Nachkommen. Plus dann noch der hinzu addierte Drachenbändiger der seine neue Heldenrüstung Rüstung gleich an den Quartiermeister zurück-verkauft.

Richtig schockiert hat mich dann der Rat der Zwergischen Clansführer und des Obersten Verwalters die Quasi die Herren des Ehernen Imperiums (ein schöner Name) sind. Die Trollkriege waren von Ihnen provoziert damit die Zwerge beschäftigt sind und die Produktionszahlen stimmen. Genauso wie Bierknappheit oder die Echsenmenschenplage. Ein schöner Seitenhieb auf politische Manöver die grabende Bevölkerung bei Laune zu halten.

Sehr Pratchett like sind dabei die Fußkommentare die Hintergrundinfos einbringen. Hängen geblieben ist der, dass bei den Zwergen die Heldendefinition folgendes beinhaltet: „Einen Bart haben, eine Axt halten können und sein Bier in sich behalten können. Damit erreichten die meisten Zwerge den Status des Helden vor Ihrem Erwachsenen Alter. Diese Definition wurde in den späteren Zeitaltern den Zuhörern verschwiegen.“

Sehr schön, und vor allem merkt man, dass von Aster deutsch über Zwerge schreibt. Viele Wortspiele oder Anekdoten kommen sehr zwergig deutsch rüber. Ich kann es schwer beschreiben, aber das sollte man gelesen haben.

Fazit:
Epische Zwergenfantasy kann der gute Markus Heitz wie kein zweiter, aber mich als Leser aus den Augen eines Zwerges blicken lassen vermag Christian von Aster.

2 Kommentare:

greifenklaue hat gesagt…

Klingt gut, schlag ich mal beim GK-Lesezirkel vor!

GlorianUnderhill hat gesagt…

Der zweite Teil liegt schon im Einkaufskorb bei Amazon. :)